Mittwoch, 26.01.2005
12:36 » Studiengebühren
Heute steht es fest: das Studiengebührenverbot ist verfassungswidrig und damit gekippt. Das BVG hat aber nicht entschieden, dass Studiengebühren zulässig sind. Die halbe Menge ist jetzt aufgebracht und rennt demonstrativ protestierend auf den Straßen herum. Im Grunde ist klar, dass etwas passieren muss mit den deutschen Unis. Wir hinken im Vergleich zu anderen Industriestaaten ziemlich hinterher. Wenn die Gebühren aber nur den Ländern zufließen, anstatt direkt auf die Unis des jeweiligen Bundeslandes verteilt zu werden, dann wird das Ganze nichts bringen. Am schlimmsten ist für die, die gerade angefangen haben oder jetzt anfangen wollen, denn die hatten keine Zeit einen Geldhaufen anzulegen. Ich bin Betroffener. Für nächste Generationen wird es logischerweise zunehmend leichter, wenn die Eltern ein wenig mitdenken und für das Kind so früh wie möglich eine Art "College"-Rücklage anlegen. Außerdem werden die Studenten für die Unis wertvoll, was daraus folgt ist klar: Konkurrenz. Der Student wird ein Kunde und der Kunde will umworben werden. Moderne Austattung, qualifizierte Dozenten, günstige Wohnheime. Der Campus wird ein Campus. Und sozial schwache Familien haben das Nachsehen und die Behauptung des bayrischen Bildungsminister Peter Frankenberg (CDU): "Wenn durch die bessere Ausstattung der Hochschulen der Studienerfolg sicherer erscheint, könnte dies bislang risikoscheue junge Menschen aus bildungsfernen Schichten anziehen", halte ich persönlich für den größten Schwachsinn.
Maik | Link | Kommentar | Ordner: Uni

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